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Barbara Dennerlein Quartett – der zweite Konzertabend im Ronnie Scott’s Club (6. Juni 2009)

Kerzenlicht erhellte den Ronnie Scott’s Club als Barbara Dennerlein und ihre Band die Bühne betraten. Die Ronnie Scott’s All Stars hatten gerade das Vorprogramm beendet. Mit bekannteren Titeln hatten sie in der Formation mit Piano, Flügelhorn, Bass und Schlagzeug einen netten Kontrast zu dem gesetzt, was jetzt folgen würde.
Das massive Holzgehäuse der Hammond beherrschte die Bühne. Marcel Gustke, in Deutschland Barbaras regelmäßiger Schlagzeuger, fädelte sich hinter das Schlagzeug im hinteren Bereich der Bühne, Dave Lewis fand neben der Orgel einen Stehplatz für sich und sein Tenorsax und Mark Ridout griff nach seiner Semiakustik-Gitarre, während er sich auf einem gepolsterten Stuhl mit schwarzer Lehne und einem Sitz in Leopardenoptik niederließ.
Sie begannen mit “Easy Going”, einem rhythmisch akzentuierten Stück im 4/4-Takt irgendwo zwischen Swing und Marsch. In diesem Stück konnte Barbara gleich ein Basspedalsolo mit beiden Füßen spielen. “Unglaublich, wie gut sie spielt”, flüsterte mir jemand vom Hauspersonal zu. Der Glückliche – er hatte ja schon am Vorabend “Dennerlein live” erlebt.
Der zweite Titel, “Fly Away” nahm das Publikum vollends mit auf die Reise durch Barbaras Hammond-Jazzwelt. Bei diesem schnelleren Latin-Stück versinkt Barbara regelmäßig in ihrer Solo-Improvisation. Anfangs zupfte sie mit den Fingerspitzen federleichte Noten aus den Tasten, doch dann mischten sich nach und nach fordernde Mehrklänge darunter und die Lautstärke stieg langsam aber beharrlich an, bis am Ende die Hammond jammerte und schrie und sich unter synkopierten Blockakkorden zu verwinden schien.
“Change of Pace” ist das Titelstück von Barbaras CD-Produktion mit einem Symphonieorchester. Es handelt vom Innehalten, dem Überdenken von Dingen und Standpunkten und dem Versuchen veränderter Ansätze. Dies alles spiegelt sich in den Taktwechseln, und, als ob dies noch nicht genügte, ist die Musik auch noch mit Triolen gespickt. Doch im Mittelteil gleitet das Stück durch einen anhaltenden 4/4-Takt, der Dave Lewis ein ausgiebiges Saxofonsolo ermöglichte. Später feuerte Marcel Gustke ein Schlagzeug-Feuerwerk über dem fanfarenartig repetierten Intro-Thema ab, das definitiv kein 4/4-Takt ist (eher 13/8 oder etwas Ähnliches).
In “Last Call” von Barbaras intimer Solo-CD “In A Silent Mood” war es dann Mark Ridout, der dieses nachdenkliche Stück mit einem eindringlichen Solo auf seiner Gitarre bereicherte. Als kontrastreicher Gegensatz folgte darauf ”Black And White”, ein nach den Farben der Orgeltasten benanntes schnelles Stück. Hier konnte wiederum Barbara als Solistin an den Tasten und Pedalen in einem unglaublichen Tempo brillieren. Enthusiastischer Applaus brandete auf, als Barbara nach ihrem Solo die Band aufforderte, wieder einzusteigen – Sie aber orgelte freilich in vollem Tempo weiter.
Das erste Kozert schloss mit “Going Home” und dem jüngst von Barbara Dennerlein komponierten “Bebabaloo”, das es auf CD (noch) nicht gibt, aber die Zuhörer auf ihren Sitzen mitgrooven ließ. Barbara überraschte das Publikum mit ihrer Zugabe “Organ Boogie”. Wer jemals auf dem Klavier einen Boogie-Bass durchgespielt hat bekommt eine Vorstellung davon, was die Organistin mit ihrem linken Fuß auf dem Pedal dabei artistisch vollführte.
Zweites Konzert
Ich blieb auch für das zweite Konzert, das wiederum von den Ronnie Scott’s All Stars eröffnet wurde. Gegen halb Eins begannen Barbara Dennerlein und Band ihren zweiten Auftritt des Abends mit “Jimmy’s Walk”, das dem großen Jimmy Smith gewidmet ist. Die ersten vier Takte spielte Barbara in dessen Stil als Linkshand-Bass auf den Tasten, wechselte dann aber zum linken Fuß aufs Pedal. Sie fügte Läufe und Figuren auf den Manualen hinzu und schien sich um “ihren Bassisten” nicht weiter zu kümmern, während ihr Fuß erstaunlich selbständig über die Pedale huschte. Die Band kam hinzu, und Barbara ließ jeden Musiker sich mit einem kurzen Solo vorstellen, bevor sie ihren rechten Fuß vom Schwellerpedal nahm für ein beidfüßiges Bass-Solo. Die Besucher reckten die Hälse um zu sehen, was da passierte. Kurz gesagt – Barbara eroberte auch dieses Publikum im Sturm.
Wie bereits im ersten Konzert plauderte die Münchnerin über die Geschichten oder Ideen hinter den Stücken. Alle Titel an diesem Abend stammten übrigens aus ihrer Feder.
“Samba And The Drum Stick” hat Barbara ihrem ersten Hund gewidmet. Diese Dackelhündin mit dem Gang einer Sambatänzerin, spielte gerne mit Schlagzeugstöcken, die sie den Schlagzeugern regelmäßig aus der Stocktasche stibitzte. Lewis’ Sopransaxofon passte hervorragend zur lieblichen Melodie, die im Latin-Groove zwischen 4/4 und 7/8-Takt wechselte und nur einmal unterbrochen wurde durch das Schlagzeugsolo von Marcel Gustke, der den erbosten Drummer mimte.
“I-797″ ist die nüchterne Bezeichnung eines Formulars, das Barbara Dennerlein vor einigen Jahren in Vorbereitung einer USA-Tournee mit der dortigen Bürokratie konfrontierte. Nach diesem zwischen Beunruhigung und Hoffnung hin und her wechselnden Stück wurde es höchste Zeit, sich in einem langsamen Blues zu entspannen. “Farewell To Old Friends” widmet Barbara zwei verstorbenen Freunden, die sich in der deutschen Jazz-Szene stets für die jungen Talente eingesetzt haben in einer Zeit, als Barbaras Stern aufzugehen begann. Diesem Titel verlieh Mark Ridout mit einem großartigen Solo eine besondere Eindringlichkeit und Intensität.
“Cleo” heißt Barbaras zweiter Hund, über den die Organistin ein ausgelassenes Stück schrieb. Dave Lewis spielte ein übermütiges Solo auf seinem Tenorsaxofon und folgte darin den sprunghaften Taktwechseln mit beeindruckender Sicherheit. Nach dem stürmischen Applaus schien sich Barbara dafür beinahe zu entschuldigen, dass sie keinen weiteren Hund hat. Ob sie denn eine Katze habe, wollte jemand aus dem Publikum wissen. “Das nächste Stück ist einer Katze gewidmet”, entgegnete Barbara schlagfertig, “ich habe das Stück mir selbst gewidmet, es heißt ‘That’s me’!”.
In diesem schnellen Stück erhielten alle Bandmitglieder ein Solo, ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich auch dieses zweite Konzert jetzt dem Ende näherte. Der schnelle Wechsel zwischen den Solo gespielten Melodien, jeweils verbunden mit Marcel Gustkes dazwischen gepackten Schlagzeugsoli begeisterten das Publikum. Die Besucher dankten der Band mit lang anhaltendem Applaus, bis Barbara das “vermutlich” letzte Stück des Abends ankündigte, dem funky Titel “Funkish”. Aber natürlich ließ das Publikum die Band nicht von der Bühne, ohne sich eine Zugabe zu erklatschen.
“This Old Fairy-Tale”, eine swingende Komposition, beschloss die lange Barbara Dennerlein Nacht im Ronnie Scott’s Club in Soho, London, und diese Melodie wurde draußen auf der Frith Street noch gesummt und gepfiffen, als das Publikum sich gegen 3 Uhr morgens langsam auf den Heimweg machte.










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fabulous sound, great HAMMOND B3 player (thanks for the custom organ by BERTRAM!) gracious lady, for me one of the 3 greatest organ player in the world with Rhoda Scott and Leon Kuyjpers.
GO ON with real B3, every concert is a dream !